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In der turnusmäßigen Sitzung des Arbeitskreises Waldhof wurde der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung: Bieber Waldhof- West intensiv mit dem Dezernenten Paul- Gerhard Weiß und seinen Mitarbeiterinnen diskutiert. Die ca.70 anwesenden Mitglieder und Besucher des Arbeitskreises Waldhof folgten zunächst der Kurzpräsentation von Frau Rüber-Steins. Die immer wieder betonten super Entwicklungschancen für den Stadtteil wurden in der sich anschließenden Diskussion mit dem Dezernenten Paul- Gerhard Weiß von den Anwesenden nicht geteilt. Die vorgegebene Struktur durch den Sitzungsleiter, Herrn Peter Janat, gab die Möglichkeit, die Einzelaspekte sehr diszipliniert zu diskutieren. Klima und Natur, Regionale Verantwortung, Finanzen der Stadt Offenbach, Wettbewerb und soziale Infrastruktur unter diesen Aspekten wurden die möglichen Folgen und Erwartungen vorgestellt und Fragen hierzu beantwortet.

Die Frischluftschneise, die Natur, das Biotop gilt es zu erhalten. Keine Fassadenbegrünung oder Dachbegrünung können den vorhandenen Kühlschrank für Bieber, die Frischluft- Arterie der Natur ersetzen, so die Meinung der Bürger. Die kalte Luft aus dem Feld von Waldhof versorgt Bieber mit Frischluft. „Bebauungspläne sind Satzungen der Gemeinde, d.h. verbindliches Ortsrecht“, daran wird erinnert. Die neue Vorgabe im Landesentwicklungsplan, 60 Wohneinheiten pro Hektar bei Neubaugebieten in Oberzentren umzusetzen, stößt auf Unverständnis und findet keine Akzeptanz. Planungsfehler der Vergangenheit sollten sich nicht wiederholen.

Auch wenn der Dezernent betont, es handele sich nur um einen Wettbewerb, ohne Verpflichtung die Ideen umzusetzen, unterstellen die Teilnehmer immer wieder eine Verbindlichkeit, Waldhof West zu bebauen. Die sich aus der geplanten Bebauungsdichte ergebende Bevölkerungsdichte mit allen Problemen des Zusammenlebens hat Waldhof in den vergangen Jahren erlebt und ist froh über die erreichte Infrastruktur. Der Arbeitskreis mit seinen Aktivitäten hatte hier noch einmal die Möglichkeit, das vielfältige Engagement (Waldkulisse, Schule, Turnhalle, Stadtteilfeste, Wege und Brücke nach Bieber, Kinder- und Jugendarbeit, Stadtteilreinigung, Bepflanzung in der Schutzbaumstraße….) der ehrenamtlichen Tätigkeit zu dokumentieren.

Dass die Stadt Offenbach mit ihrer regionalen Verantwortung zur Schaffung von Wohnraum sich mit 4000 Wohneinheiten im aktuellen Bau an der Spitze im Rhein- Main-Gebiet findet, ist auch dem Dezernenten bewusst. Der Vergleich, dass im Jahr 2018 im ganzen Main-Taunus-Kreis so viele Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstanden sind wie für Waldhof –West geplant sind, macht die unterschiedliche Dichte der Entwicklung von Wohnraum in der Region sehr deutlich. Die Gesamtsiedlungspotentiale für die Wohnraumentwicklung im Regierungsbezirk liegen aktuell bei 3000 Hektar. Ob es dann unbedingt die 10 ha Frischluftentstehungsgebiet sein müssen, ist der Widerspruch des Abends.

Wenn das Fehlen von gefördertem Wohnraum in OF beklagt wird, so ist es doch ein Versäumnis von denen, die schon seit Jahren in Stadtplanung und Stadtentwicklung Verantwortung tragen. Dies Versäumnis darf doch nicht zu Lasten der Natur und Frischluft für alle Bürger gehen. Die Grundsteuererhöhung, begründet durch das hohe Bevölkerungswachstum und denen damit verbundenen Leistungen für die Infrastruktur, lassen weitere Bedenken aufkommen. Erst solle man die innerstädtische Entwicklung mit ihrer sehr hohen Bebauungsdichte, die Entwicklung der Baugebiete von Bieber-Nord und Bürgel- Ost beobachten, bevor weitere Natur zerstört wird und B-Pläne auf den Weg gebracht werden, so die Meinungen. Dass die Stadt aktuell erhebliche Investitionen in Schule, Kitas und Straßenbau tätigt, wird anerkannt. Die grundsätzliche Minimalausstattung im Investitionsbereich bleibt als Defizit für die Offenbacher bestehen. Ein höheres Engagement in der Ansiedlung von Gewerbe und Industrie wird als Lösung dem Dezernenten vorgeschlagen bevor sich die geringen städtischen Arbeitskapazitäten mit der Zerstörung weiterer Natur beschäftigen müssen. Das Brachgrundstück in der Seligenstädterstraße gegenüber der S-Bahnhaltestelle und das Gebäude Markwaldstrasse Ecke Ottersfuhrstrasse wird zur Bebauung bzw. zur Erweiterung vorgeschlagen.

Dass der Masterplan keine Begründung mehr für die Erschließung von Waldhof-West sein kann, ergibt sich aus der Bevölkerungszahl Offenbachs die jetzt schon den Stand von geplant 2030 hat. Eine dringende Anpassung an die aktuelle Entwicklung ist erforderlich. Es widersprach der Dezernent dem Ansinnen von Peter Janat, dass die gegründete Bürgerinitiative: „Natürlich Bieber-Waldhof - Keine Bebauung Waldhof-West“, jetzt schon als der Spitzenkandidat für den Umweltpreis 2021 gesehen wird. Nur der Einsatz für den Erhalt von 100.000 qm Natur sei nicht alleiniges Kriterium für die Vergabe des Preises, so der Dezernent. Ohne Konsens ging die Gesprächsrunde auseinander. Der Kreis der Bürger, die sich gegen eine Bebauung von Waldhof West einsetzen, ist sicherlich größer geworden und die Solidarität untereinander ist gestiegen.

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